Das krumme Haus

Das krumme Haus

Rezension zu
"Das krumme Haus"

Aristide Leonides stirbt und jeder aus der Familie gehört zu den Verdächtigen. Doch vor Allem seine neue junge Frau und ihr heimlicher Geliebter könnten es gewesen sein. 

Das Buch zeichnet sich für mich aus durch eine geschickte Leserführung und dadurch gut inszenierte Wendungen zwischen den Verdächtigten. Der Leser folgt den Bemühungen von Charles, dem Verlobten der Enkelin die verwirrenden Verstrickungen der Familie zu durchblicken und lernt dabei stets neue verdächtige Aspekte der Familienmitglieder kennen. 

Empfehlung für alle, die beim Krimi lesen gerne etwas mit grübeln. 

Buchinformationen

Titel:
Das krumme Haus
Originaltitel: crooked house
Autor: Agatha Christie
Format: eBook
Seitenzahl: 256

Genre: Kriminalroman
Sprache: Englisch
Übersetzer: Giovanni und Ditte Bandini
Lesezeitraum: 27.03 – 31.03

buy Here: Amazon #ad

Bewertungszusammensetzung

Gesamteindruck

Charaktere

Setting

Spannung

Plot

Enjoyment

Spice

Klappentext

Drei Generationen der Familie Leonides leben in dem großen, krummen Haus mit den vielen Giebeln. Doch dann wird der alte Aristide Leonides ermordet. Jeder hatte einen Grund, den alten Tyrannen ins Jenseits zu befördern, aber als Motiv für einen Mord reicht eigentlich keiner dieser Gründe aus. Solange der Mordfall ungeklärt bleibt, weigert sich Sophia, die geliebte Enkelin des Millionärs, ihren Verlobten Charles zu heiraten. Dann geschieht ein zweiter Mord …

Kann Charles Scotland Yard helfen, den Mörder zu entlarven?

Meine Meinung

Agatha Christie bezeichnet diesen Roman als einen ihrer eigenen Favoriten, daher war ich sehr gespannt auf das Buch. Leider fehlt mir noch der Überblick über ihr Lebenswerk, da dies erst mein zweiter Agatha Christie Krimi ist. 

Mir gefällt das wiederkehrende Thema mit dem Kinderreim auf dem die Geschichte ein fußt. 

There was a crooked man, and he walked a crooked mile.
He found a crooked sixpence against a crooked stile.
He bought a crooked cat, which caught a crooked mouse,
And they all lived together in a little crooked house.
Es gibt dem Leser eine gewisse Erwartung an die Handlung, die sich auf ähnliche Weise erfüllt wie eine Prophezeiung in der Fantasy Literatur. Hat mir schonmal sehr gut gefallen, da es die Handlung nicht vorweg nimmt, jedoch dafür gesorgt hat, dass ich mir sehr aktiv Gedanken mache, wie sich das Ganze auflösen lässt. 
Agatha Christie sagte später über dieses Werk, dass die Charaktere ihr beinahe von allein zugeflossen wären. Dies spürt man, wie ich finde. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und fühlen sich sehr natürlich an in ihrem Setting. Gleichzeitig geht Ihnen aber auch nicht eine gewisse Eigenheit ab, welche sie interessant macht. Zwar stellt sie uns eine der hervorstechenden Eigenheiten, die verschiedenen Arten der Rücksichtslosigkeit der Familie, sehr direkt vor. Das macht die Beobachtung jedoch nicht weniger interessant. Minuspunkt bei dem Ganzen ist für mich, dass wir auf den knapp 250 Seiten keine der Figuren ausreichend kennenlernen können. Auch sehen wir Sie nur begrenzt untereinander agieren, sondern lediglich in Gesprächen mit dem Protagonisten Charles. Charles selbst fühlt mit den Mitgliedern der Familie mit, bleibt jedoch dadurch, dass er die Beziehungen der Familie untereinander betrachten muss, selbst etwas blass.

 

Gerne hätte ich etwas mehr Zeit mit der Familie Leonides verbracht. Einige extra Szenen als stiller Beobachter, um Eustace und Josephine beim Unterricht zu sehen. Oder eine missglückte Theateraufführung von Magda, die von ihrer Familie begleitet wird. 

 

Ein Zusammenbruch von Roger im Büro oder ein Rückblick zwischen dem Alten Leonides und Edith de Havilliard. So bleiben diese Szenen der Fantasie überlassen, was durchaus auch seine Vorzüge haben kann. 

 

Die Beziehung von der ich persönlich ironischerweise nicht mehr sehen wollte, ist die zwischen Charles und Sophia. Hier hätte die Autorin durchaus ein paar Zeilen aufwenden können, um etwas glaubhaftere Zuneigung zwischen den beiden darzustellen. 
Damit kommen wir zum Plot. Zu Beginn hatte ich meine Auseinandersetzungen mit dem Setting. Charles als Sohn des Polizeichefs und Verlobter einer Verdächtigen, der versucht ein Motiv zu finden, während er die Familie kennenlernt. Aber, während er versucht ein Motiv zu finden, findet er auch glaubhafte Motive, warum die Mitglieder der Familie ein Interesse daran haben den Mord aufzuklären/den Mörder zu finden. Die Fortschritte und Wendungen im Plot, welche zu wechselnden Verdächtigungen führen, finde ich sehr stimmig und in sich logisch. Es war ein zeitweiliges Vergnügen Charles Bemühungen zu folgen. 
In der Kürze liegt bekanntlich die Würze, das Buch hat absolut keine Längen und es gibt ausreichend Wendungen und neue Hinweise, um einen durchgängigen Spannungsbogen zu garantieren. Inklusive eines zufriedenstellenden Endes, was mir bei Krimis immer besonders wichtig ist. 
Ein Whodunit von der Meisterin des Kriminalromans. 

Fazit

Wer leichte Unterhaltung sucht mit einem ordentlichen Spannungsbogen, angemessen tiefen Charakteren und einer schlüssigen Geschichte bleibt bei Agatha Christie immer gut aufgehoben. Für mich spielen ihre Kriminalromane auch einfach in der perfekten Zeit. Keine dauerhafte Erreichbarkeit, aber eine angemessenes Handlungstempo durch Festnetztelefone. 
Wem Kriminalromane gefallen, würde ich dies stets empfehlen. Für alle denen moderne Kriminalromane zu viele Längen haben, empfehle ich diese Romane erst recht. 

Ich persönlich hätte mir am Ende sogar gewünscht, dass die Geschichte etwas länger wäre und wir die Charaktere etwas ausgiebiger kennenlernen dürfen. 

Ich werde weitere Kriminalromane von Agatha Christie in Angriff nehmen und habe mir jetzt den ersten Hercules Poirot Teil aus der Bücherei gegriffen und verbleibe gespannt wie sich ein Ermittler macht, der deutlicher herausgearbeitet ist und nicht in die Szenerie integriert wie in diesem Fall. 

Auch wenn dieser einer von den Lieblingen der Autorin ist, bleibt er bei den lediglich zwei Büchern die ich von ihr gelesen habe gegenwärtig auf Rang zwei. 
Meine andere Lektüre „Und dann gabs keines mehr“ kann ich weiterhin jedem ans Herz legen, bleibt herausragend. 

Schreibe einen Kommentar